Brennessel e.V.
Berufsgruppe gegen sexuelle Gewalt an Kindern
 

Jahresbericht 2013

Arbeitsschwerpunkte

•    Die offene Sprechstunde des Vereins im Jugendhilfeprojekt „Alte Molkerei“ in der Blumlage 64 in Celle findet weiterhin außerhalb der Ferien dienstags zwischen 17:00 und 19:00 Uhr statt. Eine Sozialarbeiterin und ein Sozialarbeiter stehen im Wechsel persönlich und telefonisch als Ansprechpartner/-in zur Verfügung. Die Sprechstunde wird überwiegend von Angehörigen oder Institutionen (Kindertagesstätten, Schulen, Vereine) frequentiert, betroffene Kinder oder Jugendliche nutzen die Sprechstunde wenig.
Vor Ort existiert eine gut sortierte Fachbibliothek zum Thema „Sexuelle Gewalt an Kindern“ wie auch der Präventionsarbeit, deren Bücher auch ausgeliehen werden können.

•    Frau Werner gab zwei Elternabende in Kindertagesstätten des Landkreises zum Thema „Sexuelle Entwicklung von Kindern – welche Begleitung brauchen unsere Kinder?“

•    Frau Pahls-Korzonnek, Frau Oswald und Frau Werner wurden im Laufe des Jahres wiederholt (insgesamt 10x) zu Beratungsgesprächen in verschiedene Kindertagesstätten oder Schulen zu Einzelfällen bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch gebeten. Für uns als Beraterinnen ergaben sich hier Überschneidungen mit den Berufsfeldern Jugendamt und Erziehungsberatungsstelle.

•    Frau Oswald hat eine Informationsveranstaltung für Mitarbeiter/-innen des Caritas-Verbandes zur Aufdeckungsarbeit und weiteren Unterstützungs-möglichkeiten gegeben.
Frau Werner hat im Rahmen der Erzieherweiterbildung für den Krippenbereich beim KESS einen Vormittag zum Thema „Sexuelle Entwicklung und Prävention vor sexueller Gewalt“ durchgeführt.
Der Bezirksjudoverband sowie die Judosparte eines Sportvereins haben sich unter Anleitung von Frau Werner intensiv mit dem Themenkomplex „Umgang mit sexualisierter Gewalt im Sport“ beschäftigt.

•    Frau Oswald wirkte mit bei der Qualifikation der Kindertagespflegepersonen, die über die ländliche Erwachsenenbildung durchgeführt wurde. Sie vermittelte in diesem Rahmen Grundlagen zur „Prävention von sexueller Gewalt“.

•    Die Gemeinde Faßberg hat im September 2013 über die Landesstelle Jugendschutz das Projekt GrenzGebiete zu sexuellen Übergriffen unter Jugendlichen geholt. Frau Werner hat dort im Anschluss an einen Vortrag für Eltern und Pädagogen die Arbeit von Brennessel vorgestellt.

•    Im Rahmen der regelmäßigen Arbeitstreffen haben die aktiven Mitglieder des Vereins immer wieder anonyme Fallbesprechungen durchgeführt, die der eigenen Sicherheit im professionellen Handeln beim Thema „sexueller Missbrauch“ dienen.

•    Ein wichtiger Themenschwerpunkt war 2013 die Projektentwicklung zur Täterarbeit mit Jugendlichen unter der Federführung von Frau Oswald. Brennessel e.V. reagiert mit diesem Projekt auf die Tatsache, dass eine nicht unerhebliche Anzahl sexueller Übergriffe von Jugendlichen begangen wird. Um zukünftige potentielle Opfer zu schützen ist es erforderlich, dass die jugendlichen Täter einer Therapie oder intensiven Gruppenarbeit zugeführt werden, in der diese Thematik im Mittelpunkt steht. In Stadt und LK Celle war dies bisher nur im Rahmen von Einzeltherapien möglich, ein gruppenspezifisches Setting hat sich aber – wie auch in anderen Bereichen der Täterarbeit – als effektiv erwiesen. Das Albert - Schweitzer - Familienwerk e.V. verfügt über viel Erfahrung mit mehrfach straffällig gewordenen Jugendlichen mit besonderen Problemlagen und führt seit vielen Jahren soziale Trainingskurse im Sinne des §10 Abs. 1, Nr. 6 JGG (Jugendgerichtsgesetz) durch. Deshalb wurde das Albert – Schweitzer - Familienwerk mit der Konzeptentwicklung und –betreuung beauftragt. – Die Finanzierung des Projekts für das erste Halbjahr trägt Brennessel e.V., die Kosten belaufen sich auf ca. 4500 €.
Zur Zielgruppe des Projektes „SchlussStrich“ gehören männliche Jugendliche, die durch sexuelle Übergriffe gegenüber Jüngeren oder Gleichaltrigen auffällig geworden sind. Dabei ist unerheblich, ob eine richterliche Weisung, ein Diversionsverfahren der Staatsanwaltschaft oder eine Zuweisung durch das Jugendamt oder einer anderen Behörde vorliegt. Die Teilnehmer sind zwischen 14 und 18 Jahren alt (weitere Informationen siehe Konzept). 2013 erfolgte zunächst die Konzeptentwicklung, zurzeit (Januar 2014) nehmen drei Jugendliche teil.

•    Frauen des Vereins arbeiteten auch in diesem Jahr aktiv im Mädchenarbeitskreis von Stadt und Landkreis und im Frauenforum mit. In beiden Arbeitskreisen wurde „sexualisierte Gewalt“ thematisiert.

•    Wir freuen uns über die aktive Mitarbeit von Frauen und Männern aus unterschiedlichen beruflichen Kontexten. So treffen sich regelmäßig pädagogische und psychologische Fachkräfte aus der Erziehungsberatungsstelle, den Jugendämtern von Stadt und Landkreis, der Stiftung Linerhaus, des Sprachheilkindergartens „Spunk“, des Hauses der Familie und des onkologischen Forums. Andere Mitglieder kommen bei Bedarf hinzu.

Unterstützung von Projekten

•    Herr Rehli hat an mehreren Schulen und Kindertagesstätten das Selbstbehauptungstraining „Stärken stärken“ durchgeführt. Wie auch im vorangegangenen Jahr ergaben sich einige dieser Trainingskurse zu den Themen „Nein“ sagen, Grenzsetzung, Verhalten in bedrohlichen Situationen, körperliche Aspekte des eigenen Auftretens, wie Mimik, Gestik und Körperhaltung aus einer vorangegangenen Beratung zu übergriffigen Situationen unter Kindern.

•    Das Theaterprojekt „Mein Körper gehört mir“ (Lilliy und Leo für lernschwächere Kinder) wurde in der Käthe-Kollwitz-Schule in Bergen durchgeführt und mit 1000 Euro von Brennessel unterstützt. Es nahmen vier Klassen teil, Frau Pahls-Korzonnek begleitete das Projekt. In dem Theaterprojekt wird das Recht der Kinder auf sexuelle Selbstbestimmung und Umgang mit diesbezüglichen Grenzverletzungen thematisiert.

•    Im Jahr 2012 kam eine geplante Fortbildung zum Thema „Prävention als Chance“ aufgrund mangelnder Teilnehmerzahlen nicht zustande. Trotzdem sind wir der Meinung, dass Kindertagesstätten ein wichtiger Ort für Präventionsarbeit sein können und sein sollten. Deshalb haben wir im Jahr 2013 in je einer Kindertagesstätte des Landkreises und der Stadt Celle ein umfassendes Präventionsprojekt initiiert und finanziell unterstützt (Projektbetreuung durch Frau Oswald, Teilnehmerinnen von uns: Frau Bredfeldt und Frau Oswald). Finanzieller Beitrag von Brennessel: 3200 €.
Frau Sonja Blattmann und Frau Karin Derks vom MuT – Zentrum in Kandern haben zunächst über vier Stunden das Personal zu Missbrauchsprävention inklusive Selbstreflexion, Arbeit mit Kindern und Arbeit mit Eltern geschult. Anschließend wurde ein Elternabend zum Thema „Stärkung der Kinder“ durchgeführt. Abgeschlossen wurde die Veranstaltungsreihe am nächsten Morgen mit dem Theaterstück „Ich bin doch keine Zuckermaus!“ für die Kinder ab 4 Jahren. – Sehen Sie hierzu auch den Bericht von Frau Bredfeldt.

Zusätzliche Öffentlichkeitsarbeit

•    Auch im Jahr 2013 durften wir den Lions Club Celle in der Adventszeit beim Waffelbacken in der Celler Innenstadt unterstützen und dabei auf unsere Arbeit als Brennessel e.V. aufmerksam machen. Dies erfolgte jetzt bereits zum vierten Mal und wir freuen uns sehr, dass der Lions Club Celle  mit uns das Jahr 2013 begonnen (Spendenübergabe für 2012) und beendet hat, denn auch in diesem Jahr hat Brennessel e.V. die Einnahmen aus dem Waffelbacken erhalten. – Herzlichen Dank dafür!

Spenden
•    Auch im Jahr 2013 wurden Frau Oswald und Frau Pahls-Korzonnek zum Grillfest der britischen Freimaurerloge eingeladen. Sie erhielten wie in den Jahren zuvor einen großzügigen Scheck und wir bedanken uns wiederum für das hohe Engagement für unseren Verein.

•    Die Frauen des Rotary – Club – Celle – Schloss haben uns im Februar eine Spende zukommen lassen, nachdem Frau Oswald im Jahr 2012 über die Arbeit von Brennessel e.V. informiert hatte.

•    Die Gemeinde Garßen stellte die freien Kollekten 2013 (6-8) für Brennessel e.V. zur Verfügung, um die Arbeit zu unterstützen. Frau Oswald hat im Gemeindebrief über die Arbeit von Brennessel e.V. berichtet und sich auch im Rahmen eines Gottesdienstes für die Spende bedankt.

•    Die Kirchengemeinde Wienhausen hat ebenfalls eine Kollekte für Brennessel e.V. zur Verfügung gestellt. Hier übernahm Frau Pahls-Korzonnek die Information über die Arbeit.

•    Im Rahmen des Arbeitskreises gegen häusliche Gewalt erhielt Brennessel e.V. eine kleinere Spende vom Aktionstag gegen häusliche Gewalt.
Wir danken allen Spendern für Ihr Engagement für Brennessel. Ohne Ihre finanzielle Unterstützung wären weder die wichtigen Präventionsprojekte noch das Vorhalten der Sprechstunde möglich.

Ausblick auf 2014

•    Wir werden im Jahr 2014 das Projekt „SchlussStrich“ weiter fortsetzen und gehen davon aus, dass sich die Teilnehmerzahl im Laufe des Jahres erhöhen wird.

•    Im Jahr 2014 ist zum Weltkindertag eine gemeinsame Aktion von Polizei, Kinderschutzbund und Brennessel geplant, an den ersten Vorbereitungstreffen nahmen Uli Hollmann, Sabine Oswald und Anja Werner teil.

•    Wir werden auch im Jahr 2014 das Präventionsprojekt vom MuT - Zentrum wieder für jeweils eine Kita des Landkreises und eine Kita der Stadt organisieren und finanziell unterstützen.

•    Geplant ist auch, das Theaterstück „Mein Körper gehört mir“ in einer Schule an zu bieten und finanziell zu unterstützen.

•    Zudem ist eine Fortbildung für die Mitglieder von Brennessel e.V. zum Thema „sexualisierte Gewalt unter Geschwistern“ über Violetta e.V. in Hannover geplant.

•    Es sind bereits einige Selbstbehauptungskurse über Herrn Rehli in Planung.

•    Im Dezember ist wieder das Waffelbacken mit den Lions geplant.

Der Vorstand
Irina Adolph                  Sabine Oswald                   Christa Pahls-Korzonnek

Erstellt: Anja Werner
 
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