Fachtag 2026
Digitale Nähe –
Reale Folgen
Sexuelle Selbstbestimmung von Kindern & Jugendlichen im Netz
Sexuelle Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen ist ein gutes Ergebnis eines gelungenen Entwicklungsprozesses. Auch digitale Räume prägen heute die psychosexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen – mit Chancen, aber auch realen Gefahren. Der Fachtag 2026 nimmt technische und pädagogische Präventionsansätze ebenso in den Blick wie Täter*innenstrategien, etwa Cybergrooming und Deepfakes.
Angesprochen sind Fachkräfte aus Schulen, Jugendhilfe, Vereinen und Kirchen in Stadt und Landkreis Celle.
Programm
13.30 Uhr: Anmeldung und “Come Together“ im Foyer
14.00 Uhr: Begrüßung Vorstand
14.10 Uhr: Vortrag: Stark von Anfang an – Psychosexuelle Entwicklung verstehen und gesunde Entwicklung präventiv begleiten
15:00 Uhr: Vortrag: Täter*innenstrategien im Netz bei sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen
16.00 Uhr: Pause
16:30 Uhr: Workshops 1-5 (parallellaufend)
18:00 Uhr: Gemeinsamer Abschluss
18.15 Uhr: Ende
Vorträge
Stark von Anfang an
Psychosexuelle Entwicklung verstehen und
gesunde Entwicklung präventiv begleiten
Chancen, Orientierung und Schutz ab dem Grundschulalter
Wie entwickelt sich Sexualität im Kindes- und Jugendalter? Welche Fragen, Verhaltensweisen und Bedürfnisse sind typisch – und wo beginnt pädagogischer Handlungsbedarf? Welche Gegebenheiten sollten vor Ort vorliegen, um Handlungssicherheit zu gewährleisten?
In diesem Input erhalten Sie einen fachlichen Überblick zur psychosexuellen Entwicklung eines Kindes.
(In dem später auswählbaren Workshop 1 kann das Thema anhand von Fallbeispielen vertieft werden.)
Referentin: Corinna Heider-Trybig von der Pro familia Lüneburg
Täter*innenstrategien
im Netz bei sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen
Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche verlagert sich zunehmend in den digitalen Raum. Der Fachvortrag gibt einen kompakten Überblick über aktuelle Erkenntnisse zu Täter*innenstrategien im Medienkontext und zeigt praxisnah, wie Plattformen, Kommunikation und Beziehungsaufbau (z. B. Grooming) gezielt genutzt werden. Die Relevanz wird durch aktuelle Zahlen unterstrichen: Rund 24 % der Kinder und Jugendlichen wurden online bereits von Erwachsenen zu einer Verabredung aufgefordert.
Ziele des Vortrags:
- Sensibilisierung für Täter*innenstrategien im digitalen Raum
- Einordnung verbreiteter Mythen und Stereotype
- Vermittlung von Risiko- und Schutzfaktoren
- Stärkung der Handlungssicherheit im Umgang mit Verdachtsmomenten
- Impulse für Prävention und institutionelle Schutzkonzepte
Referentin: Frauke Heiland-Marcus von der Landesstelle Jugendschutz
Workshops
1Workshop zum Vortrag
„Stark von Anfang an“
Zum vorausgegangenen Vortrag sollen in praxisnahen Fallbeispielen die zentralen Aspekte reflektiert und vertieft werden. Konkrete Handlungsmöglichkeiten für den pädagogischen Alltag werden daran erarbeitet.
Referentin: Corinna Heider-Trybig von der Pro familia Lüneburg
2Sozialraum Internet – Schauen Sie noch weg oder schützen Sie schon?
Digitaler Kinder- und Jugendschutz für Fachkräfte – Kinder allein im Netz: Analog haben wir meistens alles im Blick. Digital herrscht oft Blindflug. Weil Kinder im Ernstfall oft schweigen, müssen Einrichtungen jetzt präventiv handeln. Dieser Workshop liefert das Upgrade für Ihr Team: Einfache Technik, klare Regeln und digitaler Jugendschutz, der ab Tag eins ansetzt.
Referent: David Lessing von VSE – BS Celle Fachberater & Datenschutz
3Pornografienutzung
im Jugendalter
Junge Menschen können durch mediale Nutzung zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf Themen rund um Sexualität stoßen. Für Fachkräfte stellt sich dabei häufig die Frage: wie können Kinder und Jugendliche altersgerecht und gut begleitet werden? Wir können wir als Fachkräfte ansprechbare Personen werden/bleiben? Wann und wie sind Interventionen nötig oder sinnvoll?
In diesem Workshop besprechen wir gängige Annahmen sowie den aktuellen Stand der Forschung zu Pornografienutzung durch Jugendliche, biete Ihnen einige Impulse zur Reflexion einer eigenen sexualpädagogischen Haltung an und gehe in den Praxischeck: (wie) können wir mit Jugendlichen über Pornos sprechen?
Referentin: Josephine Beck von pro familia Hamburg
4Digitale Gewalt gegen Mädchen –
sicher handeln, wirksam begleiten
Digitale Gewalt gehört für viele Mädchen und junge Frauen zum Alltag und zeigt sich in Formen wie Cybermobbing, sexualisierten Grenzverletzungen, Grooming oder dem Missbrauch persönlicher Inhalte. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz entstehen zusätzliche Risiken, etwa durch Deep Fakes oder Deep Nudes, die ohne Wissen der Betroffenen verbreitet werden können. In dem Workshop werden aktuelle digitale Trends, Plattformen und Formen digitaler Gewalt vorgestellt sowie zentrale Begriffe und Dynamiken erläutert. Fachkräfte erhalten Impulse, wie sie Eltern dabei unterstützen können, ihre Kinder sicher und altersgerecht in digitalen Räumen zu begleiten und Risiken frühzeitig zu erkennen. Der Workshop bietet außerdem Raum für fachlichen Austausch und das Teilen von Praxiserfahrungen.
Referentin: Eva-Lotte Heine von femina vita
5
Cybergrooming
Cybergrooming bezeichnet die gezielte Anbahnung sexueller Kontakte mit Minderjährigen über das Internet – etwa über Social Media, Messenger oder Online-Games. In unserem Workshop wird anhand aktueller Zahlen und Fakten beleuchtet, wie Täter*innen vorgehen, welche Warnsignale es gibt und welche Rolle Social Media- und Gaming-Angebote dabei spielen. Im nächsten Schritt wird diskutiert und erarbeitet, wie pädagogische Fachkräfte Kinder und Jugendliche stärken und befähigen können, Risiken zu erkennen und sich wirksam vor Cybergrooming zu schützen.
Referent: Lennart Hesse Sörnsen von der Landesstelle Jugendschutz